Die im Durchschnitt zu 80 Prozent mit Feuchtigkeit gesättigte Winter-Luft wird durch die Zentralheizkörper immer wieder erwärmt und kann das damit steigende Aufnahmevermögen für Wasserdampf nicht sättigen. So fällt die relative Luftfeuchtigkeit in zentral beheizten Räumen
bei 16° auf weniger als 70 %,
bei 20° auf weniger als 40 %,
bei 25° auf weniger als 25 %.
Während 70 Prozent relative Feuchte sehr vielen Pflanzen zusagt, sind 40 Prozent für tropische Gewächse auch bei günstiger Temperatur zu wenig.
Alpenveilchen, Gloxinie, Begonie, Hortensie, Efeu, Russischer Wein, Farne, Columnea und
Schönmalven können unter diesem Wüstenklima nicht mehr richtig gedeihen.
Für einige Arten bietet sich die Umstellung auf Hydrokultur an. Die dadurch optimale Wasserversorgung ermöglicht einer ganzen Reihe von Pflanzen wie
Dieffenbachie, Anthurie, Philodendron und
Dracaene ein gutes Gedeihen in einem Zimmerklima, das eigentlich mit den klimatischen Verhältnissen der Sahara verglichen werden müsste. Besonders für Hydrokultur geeignet sind auch
Scindapsus, Syngonium und
Monstera. Jede zusätzliche, Wasser verdunstende Blattpflanze und das dazugehörige Hydrogefäß bereiten für sich selbst und für weitere Pflanzen ein geeigneteres Klima.
Manche Pflanzen vertragen durchaus auch Trockenheit, obwohl das nach ihrer Herkunft gar nicht anzunehmen ist. Dazu zählen
Syngonium, Scindapsus, Monstera, viele
Bromelien, Ritterstern, Valloten, Jacobslilie, Wachsblume, Palmlilie und viele
Philodendren. Große Pflanzkübel, Hydrogefäße und ein eine hohe Pflanzendichte erhöht die Feuchtigkeit in der Luft.
Verringertes Wachstum und trockene Zimmerluft verlangen außerdem die Gießgewohnheiten im Winter umzustellen. Die sicherste Methode um die Bodenfeuchtigkeit zu prüfen, ist die Fingerprobe. Gegossen wird sparsam und natürlich mit abgestandenem Wasser, welches sich auf Zimmertemperatur erwärmt hat. Man kann auch warmes Wasser dem kalten Leitungswasser beifügen. So bekommen die Wurzeln keinen Kälteschock. Die Pflanzen dürfen nicht austrocknen, aber auch nicht im Wasser stehen.
Besonders die Arten unserer Zimmerpflanzen, die aus den tropischen und subtropischen Gegenden stammen,
[Stephanotis] Kranzschlinge, [Anthurie] Flamingoblume, Hibiskus, Philodendron und
Orchideen, möchten besprüht werden. Dazu verwendet man ebenfalls temperiertes Wasser. Ich verwende dazu destilliertes Wasser, weil dies meist keine Spuren auf den Blättern und Fensterscheiben hinterlässt. Der fein verteilte Sprühnebel lässt die Luftfeuchtigkeit, leider nur vorübergehend, auf ein bekömmliches maß ansteigen.
Im Gegensatz zu den oben genannten Pflanzen gibt es auch trockene Luft liebende Arten. Das sind in erster Linie
Kakteen, Euphorbien, [Kalanchoe beharensis] graublättrige
Kalanchoe, [Pachypodium] Madagaskarpalme. Diese Pflanzen können gut und gerne auf den Sprühnebel verzichten.