| |||
Optimiert für IE (1024 x 768) |
Letzte Änderung: 12.05.2004 |
Alle Angaben ohne Gewähr! | ||
Einmal Giersch - immer Giersch?Aus dem ..::RASENLATSCHER::.. vom 09.05.2004
|
|
Ich werde oft gefragt, wie man Giersch wieder loswird. Das Ziehen von Giersch [Aegopodium] ist leichter, als ihm Einhalt zu gebieten. Diesen Bodendecker kann man wachsen lassen, wo hinreichen Platz ist. Auf feuchten Böden und im Halbschatten verdrängt er alle anderen Unkräuter. Jedes Stückchen einer Wurzel wächst an. Abgesehen davon, dass mein Garten gierschfrei ist, weil weder meine Nachbarn, noch ich je auf die Idee gekommen sind diesen sehr effektiven Bodendecker anzupflanzen, habe ich mich mal umgehört, wie man Giersch bekämpfen kann.
|
StandortbedürfnisseAuch Giersch hat bestimmte Standortbedürfnisse. Ein halbschattiger bis schattiger Standort mit feuchtem, gut mit Nährstoffen versorgtem Boden sind die Idealbedingungen für diese Pflanze. Als Umkehrschluss kann man daher sagen, dass viel Licht, kein Wasser und auf keinen Fall auch in der Nähe düngen, der Pflanze nicht bekommt. Also die Hecken zurückschneiden, nicht gießen und den Boden mit Sand "verbessern".
|
Bekämpfung, oberirdischZusätzlich können die Pflanzen geschwächt werden, indem sie ständig oberirdisch entfernt werden. Durch das Ernten der ständig nachwachsenden Blätter wird die Photosynthese der Pflanzen vermindert. Dabei kommt zu Gute, dass die jungen Triebe der Pflanze als Gemüse gegessen werden können. Außerdem wird dem Giersch Heilwirkung gegen die Gicht zugeschrieben. Giersch soll ein gutes Kaninchenfutter abgeben. Lässt man seinen Gierschbestand wachsen, bilden sich weiße Doldenblüte, aus denen sich Samen entwickeln, die wiederum zur weiteren Ausbreitung beitragen. Als Schlussfolgerung sollten auf jeden Fall alle Blüten entfernt werden. |
Bekämpfung, unterirdischDen, wie ich meine, größten Fehler zur Gierschbekämpfung, den man machen kann, ist die Gierschfläche umzugraben. Die Wurzeln werden durch das Umgraben geteilt. Garantiert jedes Teilstück bildet eine neue Pflanze. Die Möglichkeit, alle Wurzelstücke auszusieben halte ich für sehr weit hergeholt.
Erfolgversprechender erscheint mir eine Mulchschicht in Verbindung mit der ständigen Entfernung aller oberirdischen Teile zu sein. Die Mulchschicht sollte aber etwa 10 cm stark sein und ständig kontrollier werden. Ich könnte mir vorstellen, dass auch eine stabile, licht- und wasserundurchlässige Folie gute Erfolge bringt. Viel Geduld muss aber aufgebracht werden, denn diese widerstandsfähige Pflanze sollte 1 bis 1,5 Jahre abgedeckt bleiben. |
Der Pflanze Grenzen setztenNun wird der Eine oder Andere sagen, dass einwenig Giersch ja nicht schlecht währe. Wie viele andere, sich durch Wurzelausläufer vermehrende Pflanzen, kann man auch den Giersch im Zaume halten, indem man eine mindesten 25 cm tiefe Umrahmung schafft. Diese sollte aber so dicht sein, dass auch nicht die kleinste Wurzel durchpasst.
|
Kartoffeln kontra GierschEine alte Gärtnerweisheit rät zur Bekämpfung von Unkraut Kartoffeln anzubauen. Überzählige und keimende Kartoffeln können im Frühjahr und Frühsommer in der Gierschfläche eingesetzt werden. Das dichte hohe Laub der Kartoffel nimmt dem Giersch das Licht und die Knollen entziehen dem Boden das Wasser und die Nährstoffe. Diese Maßnahme schwächt die Gierschpflanzen, sie rottet sie aber nicht aus. |
Natürliche FeindeNatürlich hat der Giersch auch Feinde in der Tierwelt. Hühner picken das saftige Grün in kurzer Zeit weg. Sie nehmen sogar einen Teil der Wurzeln mit weg. Schnecken dagegen fressen zwar auch die Blätter ab, können die Pflanzen aber nicht nachhaltig schwächen.
|
Der zahme GierschNachdem ich nun fast 500 Worte gegen Giersch, der auch Geißfuß genannt wird, geschrieben habe, möchte ich noch zwei Sätze für diejenigen schreiben, die es nicht lassen können und unbedingt Giersch in ihren Garten pflanzen. Die Sorte "Variegata" hat Fiederblättchen, die weiß umrandet sind. Bei dieser Zuchtform handelt es sich um eine geringfügig kleinere und weniger aggressive Ausprägung, als die gängige grüne Art.
|
|
>> Weiter >> | ||
| Unkraut und Wildkräuter | Küchenkräuter | |
© 1998 - 2006 by Frank Koplin |
..::Rasenlatscher.de::.. |
Zu den Favoriten | zurück | ||