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Letzte Änderung: 09.04.2004

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Küchenkräter

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Küchenkräuter im Pflanzgefäß

Aus dem ..::RASENLATSCHER::.. vom 09.04.2004
Es müssen nicht immer Blumen sein, die den Balkon schmücken, auch Kräuter wirken sehr dekorativ. Aromatische Küchenkräuter verbessern nicht nur die Speisen, sie verleihen durch ihren Duft auch dem Balkon ein besonderes Flair. Kräuter liegen absolut im Trend, denn der tägliche Verzehr von frischen Kräutern ist ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Kräuterliebhaber ohne Garten müssen auf die schmackhaften und gesunden Gewürze nicht verzichten, weil die meisten Küchenkräuter anspruchslose sind. Sie lassen sich gut in Blumentöpfen und Balkonkästen halten. So kannst du auch auf dem Balkon den Duft und die Schönheit der Kräuter unmittelbar erleben.
Und jedes Jahr kommen Neuheiten in den Handel. Die Gartenmärkte bieten eine reichhaltige Palette an Gewürzpflanzen für jeden Geschmack an. Für den Blumenkasten auf Balkon, Terrasse und Fensterbrett steht außerdem eine große Auswahl an Kräutersamen, Kräutererde und Dünger zur Verfügung. Problemlos gelingt die Anzucht von Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Oregano, Kresse, Petersilie und Schnittlauch. Größere Pflanzen wie Borretsch, Estragon, Pfefferminze, Zitronenmelisse und Ysop benötigen etwas mehr Platz für ihre Entfaltung.
Neu erworbene Kräuter werden in ein größeres Gefäß gepflanzt. Gewürzpflanzen dürfen nie austrocknen, was besonders bei kleinen Pflanzgefäßen schwierig zu realisieren ist. Gedüngt wird nur sehr sparsam. Wenn man nur die Triebspitzen der Kräuter erntet, werden die Pflanzen zu buschigem Wuchs angeregt. Wer verschiedene Kräuter zusammen in ein Gefäß setzen möchte, sollte Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen auswählen. Gute Nachbarn sind Basilikum, Kerbel, Majoran, Petersilie und Schnittlauch. Sie wachsen schnell und werden zeitig geerntet. Schwach bis mittelstark wachsen Bohnenkraut, Oregano, Rosmarin und Thymian. Kräuter lassen sich durch Trocknen oder Einfrieren haltbar machen.

Basilikum [Ocimum basilicum]

Das aromatische Gewürz kam aus Indien über Persien und Griechenland nach Italien. Seitdem ist es aus der mitteleuropäischen Küche nicht mehr wegzudenken. Basilikum ist einjährig und bildet reich verzweigte Stängel, die 20 bis 60 Zentimeter hoch werden. Zwischen Juli und September entwickeln sich weiße bis rötliche Lippenblüten.
Der Basilikum-Samen brauchen viel Licht und 15 bis 20 Grad, um zu keimen. Man sät ab April in Anzuchtschalen auf der Fensterbank aus. Die Samen nur leicht festdrücken, ohne dass sie von Erde bedeckt werden (Lichtkeimer). Ab Mitte Mai darf Basilikum nach draußen, an einen sonnigen, windgeschützten Standort in lockere, humose, nährstoffreiche Erde, denn dieses Kraut braucht viel Licht und Wärme. Es muss regelmäßig gedüngt und dafür sorgen werden, dass die Erde nicht austrocknet. Im Garten ist ein Schutz vor Schnecken sinnvoll.
Geerntet werden die frischen jungen Blätter mit den Triebspitzen bis zum Blühbeginn. Das fördert zugleich einen buschigen Wuchs. Beim Trocknen verflüchtigt sich das Aroma schnell. Deshalb wird Basilikum zum Konservieren in Öl oder Essig eingelegt.
Das starke, pfeffrige Aroma des Basilikums passt hervorragend zu Tomaten und würzt Soßen, Salate, Butter und Nudelgerichte. Ein Tee aus getrockneten Blättern hilft gegen Blähungen.

Borretsch [Borago officinalis]
Die einjährige Pflanze ist mit ihren strahlend blauen Sternblüten eine ernstzunehmende Konkurrenz für manche Prachtstaude. Borretsch bildet an 50 bis 80 cm hohen Stiele große, weiche Blätter mit borstiger Behaarung sowie starkem Gurkengeruch. Borretsch ist eine hervorragende Bienenweide.
Von April bis Juni kann man direkt ins Freiland oder in Töpfe aussäen. Als Dunkelkeimer müssen die Samen gut mit Erde bedeckt werden. Dieses Kraut benötigt viel Platz, einen sonniger Standort und viel Wasser. Der Boden sollte aber immer locker und durchlässig sein. Bei der Berührung mit den borstigen Haaren kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Aus diesem Grund trägt man bei der Pflege Handschuhe. Wer im nächsten Jahr nicht unzählige Nachkommen im Beet haben möchte, sollte nicht alle Samen ausreifen lassen. Es gibt auch ausdauernden Borretsch.
Geerntet werden die jungen Blätter und Blüten bis in den Herbst hinein. Man kann sie auch in Essig einlegen. Die Blätter werden fein gehackt zu Salaten, Suppen und Desserts serviert. Sie enthalten viele Mineralstoffe und regen den Stoffwechsel an. Die Blüten lassen sich gut zum Dekorieren verwenden.

Thymian [Thymus vulgaris]

Dieser Halbstrauch gehört zur Familie der Lippenblütler. Thymian stammt aus dem Mittelmeerraum. Es gibt zahlreiche Kultur- und Zierformen. Die reich verzweigten Triebe sind dicht mit kleinen Blättern besetzt. Von Mai bis September erscheinen an den Triebspitzen weiße oder rosa Blüten.
Ausgesät wird ab April bei etwa 18 Grad im Zimmer. Wie bei Lichtkeimer üblich werden die Samen nur angedrückt. Im Mai pflanzt man die Sämlinge mit 20 Zentimetern Abstand im Garten aus, oder in Pflanzgefäße für Balkon und Terrasse. Bei Thymian hat man nur mit sandigem, magerem Boden und voller Sonne wirklich Erfolg. Bei feuchten Böden entwickelt er wenig Aroma. Zeitig im Frühjahr oder nach der Blüte schneidet man die Pflanze um gut zwei Drittel zurück, damit sie sich verjüngt.
Für den Hausgebrauch können laufend Triebspitzen und junge Blätter geerntet werden. Das stärkste Aroma besitzen die Blätter zur Mittagszeit. Er wird gern für Fleisch- und Gemüsegerichte Suppen, Marinaden und natürlich Pizza. verwendet. Als Würzkraut verwendet man auch die nah verwandten Arten Zitronenthymian, Orangenthymian und Feldthymian. Zum Trocknen erntet man ganze Zweige. Als Tee lindert er Husten. Thymian eignet sich auch gut zum Einlegen in Essig.

Petersilie [Petroselinum crispum]
Die zweijährige Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, aus der sich im zweiten Jahr ein bis zu 60 Zentimeter hoher Blütenstängel schiebt. Es gibt verschiedene Sorten von Blatt- und Wurzelpetersilie.
Petersilie muss jedes Jahr an einem anderen Platz ausgesät werden. Die Aussaat erfolgt von Mitte März bis Juli im Abstand von 15 bis 20 Zentimetern direkt ins Beet oder in den Kasten. Die Keimdauer beträgt 21 bis 28 Tage. Petersilie mag nahrhaften und feuchten Boden. Sie verträgt keine frische Düngung. Deshalb muss während Trockenperioden viel gegossen werden. Ein halbschattiger Standort ist von Vorteil.
Zur Ernte werden laufend die stärksten Stiele gepflückt. Die Herzblätter lässt man stehen. Mit Ausnahme von Süßspeisen passt die vitaminreiche Petersilie zu fast allen Gerichten. Sie sollte jedoch nicht mitgekocht werden. Petersilie lässt sich gut einfrieren. Wurzel, Samen und blühendes Kraut werden in der Naturheilkunde verwendet.

Oregano [Origanum vulgare]

Oregano wird auch Dost genannt. Die anspruchslose Staude ist ein hocharomatisches Würz- und Heilkraut. Sie bildet Ausläufer und wird 30 bis 60 Zentimeter hoch. Auch von dieser Pflanze gibt es verschiedene Sorten.
Die Aussaat kann bereits ab Februar bei 16 bis 20 Grad auf der Fensterbank, oder ab April ins Freiland erfolgen. Oregano benötigt einen warmen und vollsonnigen Standort sowie einen trockenen, kalkhaltigen, durchlässigen Boden. Er ist empfindlich gegen Staunässe. Ältere Pflanzen werden im Frühjahr stark zurückgeschnitten, damit sie wieder gut austreiben. Von Juli bis September bilden sich die blasslila Blüten. Bei einem Standort im Garten ist im Winter eine leichte Abdeckung aus Fichtenreisig notwendig. Über seine Wurzelausläufer lässt sich Oregano leicht vermehren.
Zur Blütezeit besitzen Blätter und Triebspitzen das intensivste Aroma, welches sich bei Wärme noch verstärkt. Für die Vorratshaltung werden ganze Stiele getrocknet, von denen dann die Blätter abgesteift und in einem dunklen Gefäß aufbewahrt werden. Man kann sie auch einfrieren und in Öl einlegen. Oregano passt zu Pizza, Fleisch- und Nudelgerichte. Als Tee wirkt er appetitanregend, entwässernd und schleimlösend.

Salbei [Salvia officinalis]
Der immergrüne Halbstrauch mit den graugrünen, dekorativen Blättern gehört zur Familie der Lippenblütler. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und kann eine Höhe von 30 bis 70 Zentimeter erreichen. Es gibt mehrere Sorten und Formen.
Im Mai wird direkt ins Beet ausgesät. Später werden die Jungpflanzen auf 35 Zentimeter Abstand vereinzeln. Eine Aussaat in Pflanzgefäßen ist natürlich früher möglich. Durch Teilung kann man auch neue Pflanzen gewinnen. Die Pflanzzeit ist dann nach den Eisheiligen. Er liebt eine warme, windgeschützte Lage. Der Boden sollte trocken und durchlässig, ohne Staunässe sein. In rauen Gegenden sollte die Pflanze vor Frost geschützt werden. Um einen Neuaustrieb anzuregen, wird der Strauch im Frühjahr zurückgeschnitten. Die Stiele sind im Juni und Juli dicht mit Blüten besetzt. Im Winter ist ein Schutz aus Reisig notwendig.
Junge Blätter und Triebspitzen können laufend gepflückt werden. Die Haupternte ist kurz vor der Blüte. Die Blätter können eingefroren oder getrocknet werden. Salbei würzt viele Gerichte der italienischen Küche, wobei er sparsam verwendet mitgekocht wird. Ein Teeaufguss aus trockenen Blättern lindert Halsschmerzen.

Pfefferminze [Mentha X piperita]

Diese Staude gehört zu den Lippenblütlern. Sie kann durch stark wuchernde unterirdische Ausläufer schnell zur Gartenplage werden. Die aufrechten Stängel werden bis zu 80 Zentimeter hoch. An ihrem Ende bilden sich im Sommer rosafarbene Blütenähren. Die Arten- und Sortenvielfalt ist groß.
Eine Anzucht aus Wurzelteilstücken oder der Kauf von Jungpflanzen im Frühjahr ist einer Aussaat vorzuziehen. Pfefferminze liebt es warm und sonnig bis schattig. Der Boden soll gut durchfeuchtet sein. Um den Ausbreitungsdrang der Minze zu stoppen, sollte sie in einem Topf ohne Boden ins Beet gepflanzt werden.
Junge Blätter und Triebspitzen können laufend geerntet werden. Zum Trocknen werden ganze Stiele im Juni kurz vor der Blüte geerntet. Die aromatischen Blätter würzen Soßen und sind beliebt zum Verfeinern von Lammfleisch. Man verfeinert mit den Blättern auch Süßspeisen. Pfefferminztee wirkt erfrischend und krampflösend.

Schnittlauch [Allium schoenoprasum]
Dieses Liliengewächs findet man In der Natur in Flussauen und Feuchtwiesen. Schon im März/April sprießen ihre langen, röhrenförmigen Blätter. Im Sommer entwickeln sich aufrechte Blütenstiele, die kugelige Blüten tragen. Unterschieden werden grob-, mittel- und feinröhrige Sorten.
Schnittlauch lässt sich durch Aussaat oder durch Teilung einfach vermehren Ab Ende März wird direkt ins Beet ausgesät. Die Samen können aber auch ab Februar bei etwa 20°C vorgezogen werden. Gut entwickelte Keimlinge pflanzt man in dichten Büscheln zusammen. Das Zwiebelgewächs gedeiht auf nährstoff- und kalkreichen, leicht feuchten Böden in der Sonne oder im Halbschatten. Regelmäßiges Entfernen der Blüten fördert das Wachstum der Blätter. Im Frühjahr oder Herbst kann durch Kompost die Nährstoffversorgung verbessert werden. Im Herbst können Schnittlauch-Pflanzen in einen Topf gesetzt und auf der Fensterbank weiterkultiviert werden.
Die Blätter werden von März bis Oktober dicht über dem Boden abgeschnitten. Schnittlauch schmeckt am besten frisch. Auch beim Einfrieren bleiben Farbe und Aroma des Schnittlauchs erhalten. Schnittlauch ist reich an Mineralstoffen und Vitamin C, passt zu Quark, Eiern, Salaten, Suppen und Gemüse. Die Blätter werden nicht mitgekocht, weil sie an Geschmack verlieren.
Knolau [Allium tuberosum], dessen Blätter leicht nach Knoblauch schmecken, ist eine verwandte Art aus Asien.

Bärlauch im Freiland schonen

Aus dem ..::RASENLATSCHER::.. vom 09.04.2004
In den Monaten April bis Juni hat Bärlauch [Allium ursinum] wieder Saison. Kaum
bekannt ist jedoch, dass dieses Liliengewächs auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen steht. Bärlauch-Liebhaber sollten die Blätter mit dem feinen Knoblauchgeschmack deshalb unbedingt von Kulturpflanze kaufen. Ein weiterer Grund Bärlauch nicht selbst zu pflücken ist die Verwechslungsgefahr mit dem sehr giftigen Maiglöckchen. Oft sind die Pflanzen nur durch die Blüte zu unterscheiden. Bärlauch
entwickelt sternchenförmige Blüten. Die sattgrünen, schlanken Blätter sind sich sehr ähnlich in Farbe, Form und Größe. Mehrfach haben in den vergangenen Jahren unerfahrene Sammler schwere Vergiftungen erlitten.
Bärlauch lässt sich, wenn man die nötigen Bedingungen schafft, auch gut im Garten ansiedeln.

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Aus dem ..::RASENLATSCHER::.. vom 09.04.2004
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