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Letzte Änderung: 30.01.2004 |
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HexenbesenEine Laune der Natur
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Die fantastische Architektur der Bäume kann man im Winter besonders gut bestaunen. Für den Betrachter ist der Blick frei, um zeitlos knorrige Eichen oder das feine Gespinst der Birken zu bestaunen. Und siehe da, an einigen Ästen erkennt man büschelförmige Wucherungen. Es sind viele Triebe auf engstem Raum, am Ende der Zweigspitzen.
Wenn die Hexen um die Bäume fliegen und sich dabei die Besen im Gehölz verfangen, wachsen daraus die sogenannten Hexenbesen. Folglich kann man aus der Häufigkeit verhexter Bäume in einem bestimmten Gebiet, auf die Anzahl der Hexen in dieser Gegend schließen. |
Wie entstehen Hexenbesen?Was sind aber Hexenbesen wirklich? Es sind Teile von ganz normalen Gehölzen, die eine stark veränderte Wuchsform aufweisen. Die Blätter wachsen sehr dicht und die Zweige stark gestaucht. Die Wissenschaft erklärt diese veränderten Wuchsformen mit spontanen Mutationen im Zellgewebe von Knospen. Diese Laune der Natur kommt meist einzeln vor. Sie zeigt immer einen stark verdickten Bereich rund um die Entstehungsknospe. Die büschelartigen oder ballförmigen Gebilde, sind recht klein, die Nadeln können dicker, dünner, gedreht, härter oder weicher, länger oder kürzer und anders als die Mutterpflanze gefärbt sein. Die Hexenbesen wachsen einzeln oder zu mehreren auf Laub- und Nadelbäumen. Sie kommen weltweit auf relativ vielen Bäumen vor. Eine zweite Ursache für die Entstehung von Hexenbesen sind mutagene Stoffe, die durch Blattläuse übertragen werden können.
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Die VerwendungNicht jeder verfügt über einen großen Garten oder ausreichend Platz auf dem Balkon. Aber jeder Gartenbesitzer möchte auch Gehölze im Garten haben. Aus diesem Grund können wir von der Wuchskraft mancher Gehölze und dem Ärger und Frust, der daraus entstehen kann, ein Lied singen. Schon nach wenigen Jahren kann es Probleme mit dem Nachbarn geben, wenn der Abstand zur Grundstücksgrenze nicht eingehalten wurde oder Wacholder, Kiefern, Tannen und Fichten zwar prächtig wachsen, aber den Garten zur dunklen, feuchten Gruft werden lassen. Wer hat sich nicht schon beim Kauf vergriffen, oder wurde einfach schlecht beraten? Das soll aber nicht heißen, dass, wenn das Grundstück es zulässt, große Bäume ohne Nutzen oder dekorativen Wert sind. Im Gegenteil, sie sind wichtige Gestaltungselemente, Sicht- oder Emissionsschutz und bieten vielen Tieren Lebensraum, Nistplätze und Nahrung.
Wer im Garten oder auf dem Balkon wenig Platz hat, für den eignen sich Hexenbesen oder Zwergkoniferen. Ihre Beliebtheit steigt entgegengesetzt proportional zu Größe der Grundstücke. Zwergkoniferen sind auch von Bonsaifreunden heiß begehrt und werden im Fachhandel verstärkt angeboten. Gepfropfte Hexenbesen wachsen wie ‚natürliche Bonsais', wobei nicht jedes Hexenbesenbäumchen wirklich klein bleibt. Man sagt, dass die des Mammutbaumes etwa 3 Meter hoch werden, was in der Relation zum normalen Mammutbaum aber ein Zwerg ist. Kleine Gehölze sind also eine optimale Alternative. Die Minibäumchen wachsen langsam, bleiben klein und bilden starke Verzweigungen aus. |
Die VermehrungDie Experimentierfreude der Menschen hat aus diesen mutierten Gehölzen Sorten geschaffen, die recht langsam wachsen und klein bleiben. Züchter sind ständig auf der Suche nach den begehrten Mutationen, die ganz sporadisch und willkürlich entstehen, manchmal unten an der Erde, manchmal oben an den Gipfeltrieben. Die Knospenmutation wird, wenn auch selten, an fast allen höher entwickelten Pflanzen beobachtet. Diese Wuchsform kann man vermehren und somit gärtnerisch nutzen.
Vermehrt werden diese Gehölze indem von den in der Natur vorkommenden Hexenbesen einige Triebe abgeschnitten werden. Danach wird das Reis mit einem scharfen Messer schräg angeschnitten und mit einer kleinen Lasche, hinten eingekerbt, versehen (Kopulation mit Gegenzungen). An der vorbereiteten Unterlage (3- bis 4-jährige Pflanze der gleichen Art) wird ein passender, etwa gleich langer Schnitt seitlich in die Rinde bis zum Kambium vollführt, das Reis eingesetzt, fest angebunden und wie Veredelungen weiterbehandeln. Am besten schützt man sie, indem sie im Glashaus oder Folientunnel weiterwachsen. Nur so ist eine Vermehrung möglich. Ausgenommen der äußerst seltene Glücksfall tritt ein, dass ein Hexenbesen fruchtbare Samen bildet, aus dem eine kleinwüchsige Nachkommenschaft entsteht. Echte Zwerge findet man recht selten im Sämlingsbeet oder in der Natur, zumal Zwerggehölze sehr lange brauchen, um Samen anzusetzen und auch sehr langsam wachsen. Selbst auf Hexenbesen entstehen noch kleinere Exemplare die man wie beschrieben vermehren kann. |
Die VorteileAn einer normalen Kiefer erkennt man einen Hexenbesen am dichten besenartigen Wuchs und den sehr kurzen Trieben. Werden diese durch aufpfropfen weiter vermehrt, bleiben sie Zeit ihres Lebens zwergwüchsig. Es gibt natürlich auch Zwerggehölze, die von Natur aus klein sind. Viele von ihnen werden als Stauden verkauft. Pflanzen wie Heidekraut oder Iberis (Schleifenblume) verholzen im Gegensatz zu Stauden und sterben im Winter oberirdisch nicht ab. Die Verwendungsmöglichkeiten reichen von einfachen Schalen über rustikale Tröge, Pflanzgefäße und Balkonkästen aller Art auf Terrassen und Dachgärten, als Schmuck von Hauseingängen und Vielem mehr. Sie wirken meist übers ganze Jahr. Sind winterhart und leicht zu pflegen. Ihre dekorative Wirkung bessert jeden Standort auf.
Die Vorteile von Hexenbesen und anderen kleinwüchsigen Gehölzen sind:
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Die PflegeEine gute Drainage, ein lockerer, leicht saurer, sandiger bis lehmig-humoser Boden und ein lichter Standort sind Vorraussetzungen für ein langes Leben unserer Zwerge. Stauende Nässe ist tödlich. während der Wachstumszeit wird alle vier Wochen mit Koniferendünger, Bittersalz gedüngt. Die ersten zwei Winter werden die Pflanzen abgedeckt und an frostfreien Tagen etwas gegossen. Zwergkoniferen wollen immer etwas erhöht und luftig stehen, vor allem nicht in Mulden.
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Der PreisMöchte man sich einen Zwerg zulegen, wird man feststellen, dass er teurer als andere Gehölze ist. Dies begründet sich mit der längeren Kulturdauer. Langfristig zahlt sich dies aber aus. Er muss nicht gestutzt, gefällt und entsorgt werden. Minigehölze, die ganzjährig grün sind, sind, genauso wie außergewöhnliche Wuchsformen, besonders attraktiv.
Es gibt von fast allen Nadelgehölzen Hexenbesen. Beim Kauf sollte man schauen, ob es sich auch wirklich um Markenware, also einen echten ‚Zwerg' handelt. Zwergige Weiden sind keine Hexenbesen, sie passen aber gut in den Steingarten. Dies gilt auch für die Hokaido-Ulme [Ulmus davidiana ssp. Pygmaea]. |
Andere spontane MutationenSpontane Mutationen im Pflanzengewebe rufen nicht nur den Hexenbesen hervor, auch die plötzliche Entstehung von panaschiertem Laub gehört dazu. Eine weitere Mutation ist die Verbänderung des Sprosses (Zweige, die sich nicht getrennt haben). Bei Obstgehölzen sind durch spontane Mutationen schon neue Sorten entstanden. Bei Rosen nennt man Mutationen ‚Sports'. Dabei weichen Blütenfarbe oder Wuchsform von der Ausgangssorte ab. Es soll eine Rose existieren, die 35 Sports hervorgebracht hat.
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Andere Ursachen für HexenbesenIn der Natur kommen auch Hexenbesen vor, die durch Veränderungen im Pflanzengewebe durch Mikroorganismen oder Pilze entstanden sind. Meist befinden sich dann auf einem Gehölz mehrere Hexenbesen. Diese Veränderungen sind gärtnerisch nicht nutzbar, weil sie ausheilen können, bzw. nicht weiter wachsen. diese büscheligen Gebilde sind an der Basis meist dicktriebig und werden zur Triebspitze immer dünner bis dürr. Man findet sie unter anderem an Kirschen, Eichen und Hainbuchen. Die Moorbirke wird durch einen Schlauchpilz [Taphrina] befallen, die Tanne vom Tannenkrebspilz [Melampsorella caryophyllacearum].
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Gleicher Name, andere PflanzeAuch die Mistel [Viscum] bezeichnet man in einigen Gegenden als Hexenbesen. Andere Namen für dieses Gewächs sind Bocksfutter, Donnerbesen, Donnerkraut, Druidenfuß, Geißkraut, Hexenkraut, Leimmistel, Nistel, Vogelmistel, Wintergrün. Es gibt drei Unterarten von Misteln, wobei die einen nur auf Laubbäumen gedeihen, die anderen nur auf Tannen und die dritten auf Kiefern und Fichten. Die Laubholzmistel, ist die einzige Art mit rein weißen Beeren und weißem Samen. Die Fähigkeit, ohne Bodenkontakt zu wachsen, erklärt sich im Schmarotzertum der Misteln. Sie lebt in der Krone von Pappel, Birke, Weide, Linde oder auch Apfelbäumen. Das lateinische Wort viscum bedeutet ‚Klebstoff'.
Alle Misteln wachsen mit ihren Wurzeln in die Leitungsbahnen ihrer Wirtspflanze und entnehmen dort Wasser und Nährstoffe, in der Regel ohne ihre Wirtspflanze zu schädigen. Botanisch gesehen ist die Mistel ein Parasit. Die Triebe von Landpflanzen wachsen nach oben und die Wurzelspitzen nach unten, die immergrüne Mistel streckt ihre Zweige ungeachtet des Lichteinfalls ganz gleichmäßig in alle Richtungen. So kommt es zu der typischen Kugelform. Sie wächst relativ langsam. Pflanzen mit 50 Zentimeter Durchmesser sind ca. 30 Jahre alt. Misteln sind zweihäusig. Weibliche Pflanzen tragen die durchscheinenden weißen Beeren, die giftig sind. |
Langsam wachsende oder zwergwüchsige GehölzeSie wachsen nur wenige Zentimeter pro Jahr oder bleiben klein:
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