Nach oben! Melonenbirne in Stichpunkten
Anzucht - Vermehrung Boden und Standort als Kübelpflanze
gießen und düngen schneiden Krankheiten und Schädlinge
überwintern ernten  

Melonenbirne, Pepino [Solanum muricatum]

In ihrer Heimat, den südamerikanischen Anden, nennt man sie Pepino. Wir nennen sie wegen ihres Geschmacks (angenehm süß, wie eine Mischung aus Birne und Honigmelone) und Aussehens (Eiform mit melonenähnlichen Steifen) Melonenbirne. Die krautige Pflanze ist ausdauernd. Die Frucht wird 10 bis 20 cm groß, 150 bis 400 g schwer und ist essbar. Wenn sie voll ausgereift ist schmeckt sie am besten. Der Geschmack ist süß fruchtig. Sie eignet sich zum Rohverzehr, zum Garnieren von Torten, Desserts und Salaten. Es ist auch möglich Marmelade daraus zu kochen. Die Früchte enthalten je 100g Frischgewicht im Durchschnitt 35mg Vitamin C, 5 bis 9g Zucker und 0,14% Fruchtsäuren. Der Gehalt an Vitamin C ist höher als in den Zitrusfrüchten. Die Melonenbirne ist ein Nachtschattengewächs. Seit 1785 ist sie in Frankreich und seit 1882 in Kalifornien als Kulturpflanze bekannt. Die lila-weiße Blüte erscheint in den Sommermonaten, wobei sie sich bei kühleren Temperaturen (10 bis 20°C) eher ins Violett verfärbt und bei Hitze (über 27°C) der Weißanteil zunimmt. Der gelbe Fruchtansatz im Blüteninneren bildet dazu einen schönen Kontrast. Pepinos werden ca. einen Meter hoch und verzweigen sich stark. Die Befruchtung erfolgt durch Selbst- oder Fremdbestäubung. Sie sind im Fachhandel als Pflanzen und als Samen erhältlich. Die Melonenbirne eignet sich als Gartenpflanze, als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse oder auch als Ampel-Pflanze. Wem es ein erster Linie auf die Erträge ankommt, der sollte Pepinos ins Gewächshaus pflanzen.

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Melonenbirne in Stichpunkten
Blütezeit: Juni bis Oktober
Wuchshöhe: 100 cm, stark verzweigt
Vermehrung: Samen, Stecklinge
Standort: Sonne bis Halbschatten, windgeschützt
Temperatur: möglichst nicht über 30°C und nachts nicht unter 10°C
Boden: locker, humos, keine Staunässe
Pflanzabstand: 40 bis 50 cm
Wasserbedarf: mittel bis hoch
Düngung: Flüssigdünger, wöchentlich, nicht zu viel
Erntezeit: Herbst
Lebensdauer: mehrjährig, Überwinterung nicht unter 10°C

 

Anzucht - Vermehrung
Für die Vermehrung von Melonenbirnenpflanzen gibt es zwei Möglichkeiten. Die Samen kann man kaufen, oder aus einer reifen Frucht entnehmen. Einige Früchte haben allerdings keine Kerne. Es kann auch sein, dass die selbst entnommenen Kerne nicht keimen. Die zweite Möglichkeit ist die Vermehrung aus Stecklingen. Diese soll einen höheren Fruchtertrag und einen aufrechteren Wuchs ergeben.
Möchte man von Anfang an dabei sein, gibt man ab Februar die Samen in eine möglichst sandhaltige Erde, z.B. Kakteenerde. Die Erde im Anzuchtgefäß sollte immer feucht sein. Dies erreicht man entweder mit einem Zimmergewächshaus oder indem man eine klare Folie/Tüte über das Gefäß gibt, bis die Sämlinge zu sehen sind. Die weitere Behandlung ist wie bei allen aus Samen selbst gezogenen Pflanzen: Vereinzeln, Licht, feuchte, aber nicht nasse, Erde. Nach den Eisheiligen, können die Pflanzen, auf den Balkon, auf die Terrasse oder in den Garten gepflanzt werden.
Wesentlich einfacher ist die Vermehrung aus Stecklingen. Das setzt voraus, dass man die Möglichkeit hat (möglichst nach der Ernte), ca. 20 cm lange, Zweige von einem Pepinostrauch abzuschneiden. Man erzielt bessere Erfolge, wenn die Zweige nicht verholzt sind und 2 bis 3 Blätter, sowie mehrere Knospenansätze haben. Der Steckling wird bei Zimmertemperatur in ein Glas mit Wasser gestellt. Dort lässt man ihn, bis er die ersten kleinen Wurzeln gebildet hat. Dann steckt man ihn in einen Topf mit Anzuchterde. Wenn man diese gleichmäßig feucht hält, Staunässe ist tödlich, sollte er spätestens in drei Wochen angewachsen sein. Auch diese Pflanzen können nach den Eisheiligen im Haus- und Gartenbereich ins Freie an einen sonnigen bis halbschattigen Platz gestellt oder als Ampel-Pflanze aufhängen werden.

 

Boden und Standort

Egal ob Freiland oder Topf, für das gute Gedeihen der Melonenbirne muss der Boden durchlässig und humusreich sein. Die Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf Staunässe. Eine gute Erdmischung erzielt man, wenn man der Gartenerde, Kompost und Kokosfasern beimischt, oder gute Blumenerde mit Kokosfasern mischt. Günstig ist ein pH-Wert von 6,5 bis 7,5.
Pepino mag einen warmen, sonnigen Standort. Die Nachttemperatur darf nicht unter 10°C fallen. Bei Temperaturen über 30°C entwickeln sich die Früchte nicht optimal. Die Fruchtbildung beginnt erst, wenn die Nachttemperatur kontinuierlich über 18°C liegt. Wegen dieser Bedingungen ist es günstig, dass man die Pflanzen an eine Süd- oder Süd-West-Wand pflanzt. Zugige Ecken sollte man aber vermeiden.

 

Pepinos als Kübelpflanze
Pepinos sind Nachtschattengewächse. Genau wie Tomaten und Kartoffeln eignen sie sich hervorragend als Kübelpflanze und genau wie diese können auch Pepinos Garten, Terrasse und Balkon verschönern. Es ist auch möglich die Pflanze mit Topf im Boden einzulassen. Dann trocknet die Erde im Topf nicht so schnell aus. Bei Pepinos im Kübel, ist die Gefahr der Staunässe groß. Deshalb ist es günstig, wenn man den Kübel/Topf nicht direkt auf den Untersetzer oder in den Übertopf stellt, sondern mit geeigneten Materialien (Steine, Plastik o.ä.) einen Abstand lässt. Egal, wo der Topf/Kübel den Sommer verbringt, er lässt sich im Herbst bequem ins Winterquartier befördern.

 

Melonenbirne gießen und düngen
Auch wenn Pepinos reichlich Wasser benötigen, ist Staunässe auf jeden Fall zu vermeiden. Besonders in der Wachstumsphase der Früchte ist der Boden aber ständig feucht zu halten.
Mit der Düngung wird spätestens während der Blütenbildung begonnen. Es wird sparsam gedüngt, weil die Melonenbirne empfindlich gegen Bodenversalzung ist. Phosphor und Kalium sind wichtig für die Blüten- und Fruchtbildung, zu viel Stickstoff fördert nur das Blattwachstum. Man kann, einmal je Woche, einen Universalflüssigdünger für Obst und Gemüse mit nicht zu großem Stickstoffanteil verwenden. Es ist auch möglich zusätzlich einen Blattdünger auf die Blätter zu sprühen. Gibt es Anzeichen von einer Krankheit an der Pflanze, wird nicht mehr gedüngt. Übermäßige Düngung mit gleichzeitig niedriger Luftfeuchte und hohen Temperaturen führen zu geringerem Fruchtansatz. Ab August wird die Düngung eingestellt.

 

Melonenbirne schneiden
Um Wuchs und Fruchtbildung zu fördern, kann man, sobald die ersten blau-weißen Blüten erschienen sind, blütenlose Äste aus der Pflanze herausschneiden und, wie bei den Tomaten, die Triebe an den Blattansäten ausgeizen. Beide Maßnahmen erhöhen die Anzahl und die Größe der Früchte. Um die Freude an der Melonenbirne nicht zu verlieren, verwendet man für alle Schnitte nur saubere und scharfe Werkzeuge. So kann man verhindern, dass Krankheiten durch Verunreinigungen oder Beschädigungen entstehen.

 

Krankheiten und Schädlinge
Es sind im Wesentlichen dieselben Krankheiten und Schädlinge, die auch an anderen Nachtschattengewächsen auftreten:
Alternaria (gehört zu den Schwärzepilzen)
Kartoffelkäfer
Pflanzenläuse
Minierfliegen
Phytophthora infestans (Kartoffelmehltau)
Spinnmilben
Weiße Fliegen
Tomatenbronzefleckenvirus
Cauchuma-Mosaik-Virus
Zu Beginn einer Schädigung sollten alle Schädlinge abgesammelt und befallene Pflanzenteile entfernt werden. Es ist auch möglich die Pflanzen mit den entsprechenden Kräuteraufgüssen (Sud aus Brennnesseln, Rainfarn, Knoblauch, Tabak oder Tomatenblättern) zu besprühen. Hat dies keinen Erfolg, hilft nur noch ein Bekämpfungsmittel aus dem Fachhandel. Die Bekämpfung sollte also wie bei Tomaten oder/und Kartoffeln erfolgen. Wobei bei Topfpflanzen, ab und zu eine Dusche gegen Schädlinge hilfreich sein kann.

 

Melonenbirne überwintern

Ab Ende September können die Nächte schon unangenehm kalt werden. Für die Melonenbirne liegt die Schmerzgrenz bei 10°C. Fallen nachts die Temperaturen darunter liegen müssen die Kübel eingeräumt werden. Freilandpflanzen werden vorsichtig aus dem Boden genommen und in ein entsprechendes Gefäß gepflanzt. Zum Überwintern eignet sich ein Keller mit Fenster, ein Flur oder Treppenhaus und ein Wintergarten, also Standorte mit Licht und mindestens 10°C. Am günstigsten ist ein helles Winterquartier mit 15°C Raumtemperatur. Je wärmer der Standort, umso mehr Licht wird benötigt. Während der "Winterruhe" werden die Pflanzen nur so viel gegossen, dass sie nicht austrocknen. Gedüngt wird in dieser Zeit gar nicht.
Im Frühjahr werden die Pflanzen, die als Kübelpflanzen gedacht sind, kontrolliert, ob der Kübel nicht zu klein ist. Ist ein neues Pflanzgefäß nötig, darf es nicht zu groß gewählt werden, da sonst die Pflanze ihre ganze Kraft in das Wurzelwachstum steckt.

 

Melonenbirnen ernten
Pepinos benötigen von der Blüte bis zur Reife ca. 80 bis 105 Tage. Die Reifezeit beginnt also im Spätsommer und erstreckt sich bis in den Spätherbst. Reife Früchte erkennt man an der von Hellgrün auf Gelb wechselnden Farbe und den violetten Streifen. Außerdem duften die Früchte angenehm süß und geben bei leichtem Druck nach. Den besten Geschmack und die meisten Vitamine haben reif geerntete Pepinos. Sind die Früchte zum Zeitpunkt des Umzuges noch nicht reif, gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Man lässt die Früchte an der Pflanze, die dann ausreifen. Dafür müssen die Pflanzen hell und bei Zimmertemperatur stehen.
2. Die unreifen Früchte werden geerntet. Man lässt sie bei Zimmertemperatur nachreifen. Lagert man sie zusammen mit Äpfeln, beschleunigt sich der Reifeprozess.
3. Man schneidet den Zweig mit den Früchten ab und stellt sie in einer Vase ins Küchenfenster. Bei dieser Methode reifen nicht nur die Früchte. Weil die Zweige wurzeln bilden, hat man für das kommende Jahr neue Pflanzen.
Werden die ausgereiften Pepinos nicht gleich verarbeitet, kann man sie 3, eventuell 4 Wochen kühl, bei 5° bis 12°C, lagern. Temperaturen unter 5°C können zu Erfrierungen führen.

 

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