1. Kartoffeln im Garten 4.Die Kartoffel ist eine Hackfrucht 7.Und danach?
2. Je früher, umso lieber 5.Anhäufeln steigert den Ertrag  
3. Nicht vor Mitte April 6.Und nun die Ernte  

Kartoffeln im Garten


Kartoffelfeld im Andenhochland

Je nach Region werden Kartoffeln auch als Erdäpfel oder Erdbirnen bezeichnet. Die Kartoffel ist, wie Tomaten, Dahlien, Melonenbirne und Äthiopische Eierfrucht, ein Nachtschattengewächs. Neue Kartoffeln schmecken besonders gut. Und wenn sie aus dem eigenen Garten kommen noch viel besser. Hat man eine schmackhafte, besonders festkochende oder gute mehlig kochende Sorte gefunden, kann man diese auch im Garten anbauen.
Die Heimat der Kartoffel ist das Andenhochland. Dort werden heute noch über 400 Sorten, die sich in Blütenfarbe, Knollenform und Geschmack unterscheiden. Bei uns werden frühe, mittelfrühe und spät reifende Sorten angebaut. Die Blütenfarbe, der bei uns angebauten Kartoffeln, ist meistens weiß. Die Früchte, die aus den Blüten entstehen sind giftig. Sie enthalten Solanin.

Je früher, umso lieber
Kartoffelblüte
Kartoffeln verlangen einen warmen, humus- und nährstoffreichen Boden. Schwere, nasse Böden verzögern die Ernte. Leichte Böden erwärmen sich schnell, sollten aber mit reichlich organischem Material versorgt sein. Der Anbau im Garten lohnt sich nur mit frühen Sorten.
Zusätzlich zur frühen Kartoffelsorte erzielt man durch vorgekeimte Kartoffeln eine noch frühere Ernte. Dazu legt man gesunde, große bis mittelgroße Pflanzkartoffeln so in eine flache Kiste, dass der Teil der Knolle mit den meisten Augen (Sprossknospen) nach oben gerichtet ist. Weil Austrieb und Wurzelbildung auf Kosten, der in den Knollen gelagerten, Reservestoffe gehen, eignen sich kleine Knollen nicht. Sie bringen wenig Ertrag und eine spätere Ernte. Die Kiste stellt man in einen hellen und luftigen Raum, bei 10 bis 15°C. Wichtig ist, dass sie Kartoffeln genügen Licht, aber keine direkte Sonne, bekommen. Zum vorkeimen benötigen Kartoffeln ca. 6 Wochen, so dass Ende Februar damit begonnen werden muss. Vorgekeimte Kartoffeln haben kurze kräftige Triebe, nicht zu verwechseln mit den dünnen, blassen Trieben der Knollen aus dem Keller.

Nicht vor Mitte April
Kartoffeln, besonders die jungen Triebe, sind sehr frostempfindlich. Die vorgekeimten Frühkartoffeln werden daher nicht vor Mitte April in den Boden gebracht. Wenn sich bei feucht-kaltem Wetter der Boden noch nicht erwärmen konnte, wartet man mit dem Legen noch ein paar Tage. Kartoffeln brauchen einen vollsonnigen Standort. Wenn es der Platz zulässt, legt man das Kartoffelbeet in Ost-West-Richtung an. So können sich die später angehäufelten Dämme besser erwärmen und trocknen nach einem Regen schneller ab.
Will man mehrere Reihen Kartoffeln legen, wählt man einen Reihenabstand von 60 Zentimeter. Die vorgekeimten Kartoffeln legt man im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern in etwa 10 Zentimeter tiefe Rinnen aus und bedeckt sie anschließend mit Erde. Flaches Legen ist der Schlüssel zur frühen Ernte. In tieferen Schichten ist der Boden noch zu kalt.

Die Kartoffel ist eine Hackfrucht
Sobald die Triebe der Kartoffeln zu sehen sind, muss gehackt werden. Nur bei gut durchlüftetem Boden wachsen die Pflanzen zügig und der Ertrag wird gesteigert. Besteht Nachtfrostgefahr, müssen die jungen Triebe abgedeckt werden. Dazu kann man die Triebe mit lockerer Erde oder mit einer Fließbahn abdecken.

Anhäufeln steigert den Ertrag
Vor jedem Anhäufeln kann mit einem sticksoffreichen Volldünger nachgedüngt werden. Aber nicht auf die Triebe, das führt zu Verbrennungen. Sicherheitshalber kann man die Pflanzen nach der Düngung abbrausen. Angehäufelt werden die Kartoffeln in zwei Etappen. Sind die Triebe 8 bis 10 Zentimeter übe der Erde, wird die Erde von beiden Seiten so heran gezogen, dass von den Trieben nur wenige Zentimeter zu sehen ist. Es wird wieder angehäufelt, wenn die Triebe weitere 10 bis 15 Zentimeter gewachsen sind. Der Wall sollte nun eine Höhe von ca. 20 Zentimeter haben. Zwischen den Dämmen sollte der Boden locker und unkrautfrei sein. Luft und Wärme fördern das Wachstum und das Ausreifen der Knollen.
Wenn die oberirdischen Teile der Frühkartoffeln richtig ins Wachsen kommen, beginnt auch die Knollenbildung. Nun darf die Erde nicht mehr austrocknen. An warmen oder windigen Tagen sind mindestens 15 bis 20 Liter Wasser je Quadratmeter ratsam. Man gießt möglichst morgens, damit der Boden und die Blätter bis zum Abend abtrocknen können.

Und nun die Ernte
Bei vorgekeimten Kartoffeln beginnt die Ernte 10 bis 12 Wochen nach dem Legen. Bei ungünstigem Wetter im Frühjahr kann sich die Ernte verzögern. Im Garten können die Kartoffeln nach Bedarf geerntet werden. Dazu wird jede einzelne Pflanze mit der Grabegabel angehoben und die Knollen aus der Erde gezogen. Diese Kartoffeln sollten, anders als bei den Spätsorten, zeitnah verwendet werden.
Es wird empfohlen, das bei der Ernte anfallende Kartoffelkraut nicht zu kompostieren. An ihm können sich Krankheitserreger befinden. Die gefährlichste Krankheit ist die Phytophthora (Krautfäule), von der in nassen Sommern auch die Tomaten befallen werden. Ein weiterer Pilz ist der Kartoffelschorf, als Schädlinge können Kartoffelkäfer auftreten.

Und danach?
Als Nachfrucht für die Frühkartoffel eignen sich Kopfsalat, Winterendivien, Kohlrabi und, wenn das Beet vor dem 15. Juli frei ist, Buschbohnen. Der Boden hat durch das Anhäufeln eine sehr gute Struktur, was sich positiv auf das Wachstum der Nachfrucht auswirkt.