Das Unkrautjäten füllt meine Tage aus... Man kniet am Boden und vollzieht das Rupfen, wie man einen Kult zelebriert, nur des Kultes wegen, der sich ewig erneuert, denn wenn drei, vier Beete sauber sind, ist das erste schon wieder grün.
(Hermann Hesse)


 


Nach oben! Einmal Giersch... Standortbedürfnisse
Bekämpfung, oberirdisch Bekämpfung, unterirdisch Der Pflanze Grenzen setzten
Kartoffeln kontra Giersch Natürliche Feinde Der zahme Giersch

Einmal Giersch - immer Giersch?

Ich werde oft gefragt, wie man Giersch wieder loswird. Das Ziehen von Giersch [Aegopodium] ist leichter, als ihm Einhalt zu gebieten. Diesen Bodendecker kann man wachsen lassen, wo hinreichen Platz ist. Auf feuchten Böden und im Halbschatten verdrängt er alle anderen Unkräuter. Jedes Stückchen einer Wurzel wächst an. Abgesehen davon, dass mein Garten gierschfrei ist, weil weder meine Nachbarn, noch ich je auf die Idee gekommen sind diesen sehr effektiven Bodendecker anzupflanzen, habe ich mich mal umgehört, wie man Giersch bekämpfen kann.

 

Standortbedürfnisse

Auch Giersch hat bestimmte Standortbedürfnisse. Ein halbschattiger bis schattiger Standort mit feuchtem, gut mit Nährstoffen versorgtem Boden sind die Idealbedingungen für diese Pflanze. Als Umkehrschluss kann man daher sagen, dass viel Licht, kein Wasser und auf keinen Fall auch in der Nähe düngen, der Pflanze nicht bekommt. Also die Hecken zurückschneiden, nicht gießen und den Boden mit Sand "verbessern" ;).

 

Bekämpfung, oberirdisch

Zusätzlich können die Pflanzen geschwächt werden, indem sie ständig oberirdisch entfernt werden. Durch das Ernten der ständig nachwachsenden Blätter wird die Photosynthese der Pflanzen vermindert. Dabei kommt zu Gute, dass die jungen Triebe der Pflanze als Gemüse gegessen werden können. Außerdem wird dem Giersch Heilwirkung gegen die Gicht zugeschrieben. Giersch soll ein gutes Kaninchenfutter abgeben.
Lässt man seinen Gierschbestand wachsen, bilden sich weiße Doldenblüte, aus denen sich Samen entwickeln, die wiederum zur weiteren Ausbreitung beitragen. Als Schlussfolgerung sollten auf jeden Fall alle Blüten entfernt werden.

 

Bekämpfung, unterirdisch

Den, wie ich meine, größten Fehler zur Gierschbekämpfung, den man machen kann, ist die Gierschfläche umzugraben. Die Wurzeln werden durch das Umgraben geteilt. Garantiert jedes Teilstück bildet eine neue Pflanze. Die Möglichkeit, alle Wurzelstücke auszusieben halte ich für sehr weit hergeholt.
Erfolgversprechender erscheint mir eine Mulchschicht in Verbindung mit der ständigen Entfernung aller oberirdischen Teile zu sein. Die Mulchschicht sollte aber etwa 10 cm stark sein und ständig kontrollier werden. Ich könnte mir vorstellen, dass auch eine stabile, licht- und wasserundurchlässige Folie gute Erfolge bringt. Viel Geduld muss aber aufgebracht werden, denn diese widerstandsfähige Pflanze sollte 1 bis 1,5 Jahre abgedeckt bleiben.

 

Der Pflanze Grenzen setzten

Nun wird der Eine oder Andere sagen, dass ein wenig Giersch ja nicht schlecht wäre. Wie viele andere, sich durch Wurzelausläufer vermehrende Pflanzen, kann man auch den Giersch im Zaume halten, indem man eine mindesten 25 cm tiefe Umrahmung schafft. Diese sollte aber so dicht sein, dass auch nicht die kleinste Wurzel durch passt.

 

Kartoffeln kontra Giersch

Eine alte Gärtnerweisheit rät zur Bekämpfung von Unkraut Kartoffeln anzubauen. Überzählige und keimende Kartoffeln können im Frühjahr und Frühsommer in der Gierschfläche eingesetzt werden. Das dichte hohe Laub der Kartoffel nimmt dem Giersch das Licht und die Knollen entziehen dem Boden das Wasser und die Nährstoffe. Diese Maßnahme schwächt die Gierschpflanzen, sie rottet sie aber nicht aus.

 

Natürliche Feinde

Natürlich hat der Giersch auch Feinde in der Tierwelt. Hühner picken das saftige Grün in kurzer Zeit weg. Sie nehmen sogar einen Teil der Wurzeln mit weg. Schnecken dagegen fressen zwar auch die Blätter ab, können die Pflanzen aber nicht nachhaltig schwächen.

 

Der zahme Giersch

Nachdem ich nun fast 500 Worte gegen Giersch, der auch Geißfuß genannt wird, geschrieben habe, möchte ich noch zwei Sätze für diejenigen schreiben, die es nicht lassen können und unbedingt Giersch in ihren Garten pflanzen. Die Sorte "Variegata" hat Fiederblättchen, die weiß umrandet sind. Bei dieser Zuchtform handelt es sich um eine geringfügig kleinere und weniger aggressive Ausprägung, als die gängige grüne Art.

 

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