Mehrjähriges Unkraut
Mehrjährige Unkräuter wachsen schnell, sind zäh und sprießen meistens nach der oberflächlichen Entfernung aus Wurzeln oder Wurzelstöcken neu aus. Manche Unkrautpflanzen sind berüchtigt für ihre tiefreichenden Wurzeln. In erster Linie sind dies: Winden -Gattungen Convolvulus und Calystegia-, Straußgras und Giersch. Diese Pflanzen speichern in ihren fleischigen Wurzeln, Ausläufern oder Knollen Nahrung. Der oberirdische, sichtbare Teil lässt sich leicht entfernen. Die Wurzeln ganz zu entfernen ist schwierig oder unmöglich.
Bei Dornsträuchern, Efeu oder anderen holzigen Pflanzen, ist es verhältnismäßig einfach, die Wurzeln zu beseitigen.
Mechanische Bekämpfung
Auch hier ist das Jäten von Hand die besten Methoden zur Beseitigung von mehrjährigem Unkraut. Allerdings muss man manchmal auch den Spaten verwendet. Diese Arbeit, zur rechten Zeit durchgeführt, erspart viel Ärger. Es genügt also nicht, die Pflanzen nur auszustechen; man muss auch alle Wurzeln ausgraben und komplett vom Beet entfernen.
Alle verbliebenen Wurzeln und unterirdischen Speicherorgane würden einen Neuaustrieb verursachen. Beim Befall mit Straußgras oder Ampfer darf man auf keinen Fall mit einem Dreh-Kultivator (Fräse) arbeiten, da sonst die Pflanzen zerhackt und damit vermehrt werden.
Spezielle Behandlung
Manche mehrjährige Unkrautpflanzen sind besonders hartnäckig.
Sauerklee (Oxalis)
Chemischen Mitteln helfen bei dieser Pflanze oft nicht. Deshalb wird Sauerklee mit einem scharfen Messer so entfernt, dass möglichst alle Wurzeln und Knollen erfasst werden.
Distel
Distel bekämpft man am effektivsten mit der Hand. Nach einem durchdringenden Regen, wenn der Boden feucht ist, werden sie, mit Handschuhen, herausgerissen. Wenn man dies vor der Samenbildung macht, hat man die größten Erfolge.
Löwenzahn, Gänseblümchen, Kriechender Hahnenfuß, Wegerich
Zum Ausstechen von Löwenzahnwurzeln gibt es im Fachhandel "Wurzelstecher".
Gemeine Quecke und mehrjähriger Wilder Hafer
Gemeine Quecke und mehrjähriger Wilder Hafer sind kaum im Rasen zu bekämpfen. Kurzes, wiederholtes Mähen schwächt zwar die Unkräuter, entfernt sie aber nicht. Es bleibt nur einzelne Pflanzen mit einem Messer auszustechen.
Giersch
Ackerschachtelhalm und Winde
Diesen Unkräutern musst du energisch zu Leibe gehen, wenn sie nicht zur Plage im Garten werden sollen. Man wird sie am besten los, wenn jede, sich über der Erdoberfläche zeigende Triebspitze, einige Zentimeter unter der Erde abgeschnitten wird. Für eine wirkungsvolle Bekämpfung ist allerdings ein wöchentlicher Gartenkontrollgang notwendig. Schachtelhalm verträgt keinen Kalk.
Chemisch Bekämpfung
Totalherbizide
Totalherbizide vernichten sämtliche mit ihm in Berührung kommende Pflanzen. Nach der Anwendung müssen die Abfälle sorgfältig beseitigt werden. Auf einer damit behandelten Fläche darf zwei bis drei Monate lang nichts angepflanzt werden. Wenn man mit einem Herbizid mit Dauerwirkung nachbehandelt, müsste man mehrere Monate lang eine unbewachsene Fläche haben.
Herbizide mit Dauerwirkung
Diese Herbizide vernichten zwar kein eingewachsenes Unkraut, es verhindert jedoch bis zu drei Monate die neue Keimung. Die Nachhaltigkeit der Wirkung und Giftigkeit ist je nach Mitteln sehr unterschiedlich.
Selektive Mittel
Manche Pflanzenvernichtungsmittel greifen nur zweikeimblättrige Pflanzen an, wobei viele einkeimblättrige Pflanzen, wie Gräser, unbeschadet bleiben. Selektive Präparate bekämpfen die Pflanzen, indem sie übermäßiges Wachstum auslösen. Die Pflanzen wachsen sich zu Tode. Auch mit diesen Präparaten muss man sehr vorsichtig umgehen, denn schon geringe Mengen können Gemüsepflanzen schädigen. Besonders empfindlich reagieren Tomaten.
Nicht-selektive Mittel
Diese Mittel vernichten mehrjähriges Pflanzen nur im Sämlingsstadium. Nach einigen Wochen sind die Pflanzen so gestärkt, dass diese Präparate zwar das Laub verbrennen, die überlebenden Wurzeln aber wieder austreiben können. Ein Vorteil dieser Mittel ist, dass sie ihre Wirkung verlieren, sobald sie mit der Erde in Berührung kommen. Sie sind also relativ unbedenklich. Dennoch müssen auch sie vor Kindern oder Tieren geschützt aufbewahrt werden.
Spezielle Behandlung
Manche mehrjährige Unkrautpflanzen sind besonders hartnäckig.
Gemeine Quecke und Glatthafer
Diese Gräser sind sehr hartnäckig. Die Rhizomen(Wurzeln) widerstehen allen Vernichtungsmaßnahmen. Das einzig wirksame Mittel ist Dalapon. Wenn diese "Ungräser" in Blumen oder Gemüsebeeten vorkommen, muss man Dalapon nur auf die Pflanzen, am Besten mit einer kleinen Sprühflasche, anwenden und die Überreste danach ausgraben.
Ampfer
Gegen Ampfer gibt es mehrere Präparate. Die restlose Bekämpfung ist schwierig, weil abgebrochenen oder schlecht ausgegrabenen Wurzeln immer wieder nachtreiben.
Mehrjährige Brennnesseln, Winde, Giersch und Brombeere
Wenn diese Pflanzen erst in Hecken oder Gebüsch wachsen ist eine Bekämpfung fast unmöglich. Auch hier gibt es viele Mittel, die auch als Gemisch angewandt werden. Die Wirkung ist so intensiv, dass auf keinen Fall andere Pflanzen bespritzt werden dürfen.
Um die Schädigung benachbarter Pflanzen einzuschränken, kann man die Lösung des Pflanzenvertilgungsmittels in einem Gefäß mischen. Anschließend taucht man die Spitzen der Pflanzen hinein. Die Chemikalie verteilt sich durch den Pflanzensaft in der ganzen Pflanze. Es können mehrere Anwendungen notwendig werden. Mit dieser Methode kann man auch einzelner strauchartiger Pflanzen bekämpfen.
Rasenunkräuter
Gänseblümchen (Bellis perennis), Löwenzahn (Taraxacum officinale) oder Wegerich werden aufgrund des flachen Wachstums vom Rasenmähers nicht erfasst. Die gezielte Anwendung eines Unkrautmittels erfolgt mit Hilfe einer Tropfflasche genau in die Rosettenmitte. Handelsübliche Unkrautvertilgungsmittel für den Rasen führen meist rasch zum Erfolg; müssen jedoch genau nach Vorschrift angewendet werden.
Gemeine Schafgarbe
Die Gemeine Schafgarbe kann man chemisch bekämpfen, aber auch die Verwendung eines Rasendüngers mit Ammoniumsulfat kann zum Ziel führen.
Gemeine Quecke und mehrjähriger Wilder Hafer
Gemeine Quecke und mehrjähriger Wilder Hafer sind kaum im Rasen zu bekämpfen. Selektive Mittel, die einkeimblättrige Pflanzen bekämpfen, können nicht eingesetzt werden, da sie auch den Rasen schädigen.
Strahlenlose Kamille
Kann chemisch bekämpft werden.
Flohknöterich
Hier können mehrere Dosen eines Bekämpfungsmittels notwendig sein, um dieses Unkraut los zu werden.
Rote Taubnessel
Auch hier wird man mehrmals die chemische Keule anwenden müssen.
Hornklee
Eine mehrmalige Anwendung von Pflanzenvernichtungsmitteln ist nötig.
Ackerschachtelhalm
Ackerschachtelhalm kann man durch regelmäßiges Kalken vertreiben.
Winde
Ackerwinde (Convolvulus arvensis) und Zaunwinde (Calystegia sepium) bekämpft man bei einer Beetneuanlage am einfachsten und effektivsten mit einer absolut dichten Abdeckung der Beetfläche für ca. 1 Jahr.
Steht die Winde an einem freien Platz und nicht in unmittelbarer Nähe von Kulturpflanzen, so ist die chemische Bekämpfung am einfachsten. In Staudenbeeten hilft am besten der Wirkstoff Glyphosat. Die Herstellerangaben sind genau zu beachten. So sollen danach die Pflanzen stark ausgetrieben sein, aber noch nicht blühen. Dadurch verlagert sich auch ein großer Teil des Herbizids in die Wurzeln, die sonst gleich wieder austreiben würden. Günstig ist es, wenn man die Pflanzen bis zur Behandlung an Stäben hoch wachsen lässt und sie zum Besprühen in eine Plastiktüte stopft, in der man sie anschließend noch eine Weile lässt.
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