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Letzte Änderung: 19.06.2008

 

Feuerbrand

 
16.03.2001
Bauern durchsuchen Gärten
Neulich las ich von einer ungewöhnlichen Methode, zu der schweizer Bauern griffen um ihre Obstbäume vor dem Feuerbrand zu schützen. Sie durchstreiften Privatgärten ihrer Gemeinde und suchen nach Gewächsen, die den Feuerbrand übertragen. Die Wirtspflanzen werden gekennzeichnet und aufgelistet, die Gartenbesitzer werden gebeten, die Pflanzen zu roden. Mit dieser Maßnahme soll dem Feuerbrand Einhalt geboten werden. Da die Bauern keine Antibiotika verabreichen dürften, solle wenigstens ein Pflanzverbot für Zierpflanzen erlassen werden, die als Überträger dienen. Die Aktion wurde von der Gemeinde Abgesegnet und soll im April auf allen Gemeinden des Kanton Thurgau ausgedehnt werden.

28.03.2001
Nun erreichte mich auch aus Österreich eine Meldung über die Rodung von Wirtspflanzen um den gefährlicher Bakterienbefall zu bekämpfen. Auch die Osttiroler Bezirksstadt Lienz macht jetzt gegen den gefürchteten Feuerbrand mobil. Hier werden auf den öffentlichen Flächen Zwergmispel, auch bekannt als "Cotoneaster", Zierquitten, Vogelbeerbäume, Weißdorne oder Rotdorne entfernt. Für private Gärtner ist die Entsorgung kostenlos.
Zum Thema Feuerbrand:
http://garten-traunstein.de/a_feuer.htm
http://www.hauenstein-rafz.ch/frame/archiv/feuerbrand.shtml
http://www.pa.ipw.agrl.ethz.ch/courses/diagnose/apfel/apfel35.htm
http://www.gartengestaltung-wagner.de/Feuerbrand.htm
http://www.bfnu.ch/feuerbrand.htm
http://www.landkreis-landshut.de/gartenbau/feuerbra.htm
http://www.gartenpage.ch/schaed/feuerbrand.htm

Besonders interessant erscheint mir dieser Artikel:
http://www.swissbee.ch/provnews/feuerbrand2.html
Aus meinem Newsletter vom 24.07.2002
Feuerbrand breitet sich in Österreich aus
Der Feuerbrand ist eine gefährliche, hochinfektiöse und schwer zu bekämpfende Bakterienkrankheit. Sie hat sich auch in diesem Jahr dramatisch ausgebreitet. Besonders in der Schweiz und in Österreich sind bereits die Hälfte der Flächen für Äpfel- und Birnenanbau vom Feuerbrand infiziert. Nach Angaben der österreichischen Landwirtschaftskammer muss in diesem Jahr mit bis zu 20.000 Neuinfektionen gerechnet werden. Bereits im Vorjahr wurden mehr als 17.000 Pflanzen befallen. Alle Hobbygärtner wurden aufgefordert, sich bei verdächtigen Beobachtungen mit dem Feuerbrand-Beauftragten der Gemeinde in Verbindung zu setzen.
Das Bakterium Erwinia amylovora ist ein Schadenserreger, der zum Welken und Absterben von Blättern und Blüten und in weiterer Folge von Trieben und Stamm bei Obst- und Ziergehölzen der Familie der Rosengewächse führt. Um 1800 wurde in den USA das erste Mal über Feuerbrand berichtet. In Europa trat Feuerbrand 1957 in Südengland erstmalig auf, und konnte sich im Laufe der Jahrzehnte über fast ganz Europa ausbreiten. Im Jahre 1993 wurde das erste Feuerbrandauftreten in Österreich nachgewiesen.
Die Infektion erfolgt durch kontaminierte Werkzeuge, Zugvögel und Wassertröpfchen. Auch Insekten, wie Fliegen, Bienen, Wespen und Hummeln infizieren die Blüten. Saugende Insekten infizieren die Triebe. Die gefährliche Infektionszeit ist das Frühjahr und der Sommer. Schon nach 4-5 Tagen treten erste Symptome auf. Blüten und Blätter welken, sie werden rasch braun bis schwarz. Die Triebe werden oberhalb der Infektionsstelle zunächst fahl, später braun. An den Infektionsstellen tritt Bakterienschleim aus.
Besonders gefährdet sind Apfel, Birne, Quitte, Eberesche und andere Sorbus-Arten. Sehr anfällig sind auch Cotoneaster, Crataegus und Pyracantha (Feuerdorn). Der Feuerbrand kann nur durch Laboruntersuchungen von Spezialisten eindeutig nachgewiesen werden. Bei Befallsverdacht ist, auch in Deutschland, unverzüglich eine Meldung an das nächst Pflanzenschutz- oder Landwirtschaftsamt zu machen.
Als Quarantänemaßnahme ist es verboten befallenen Pflanzen zu transportieren. Infizierte Pflanzen und Pflanzenteile müssen abgeschnitten, in schlimmen Fällen auch ganze Bäume gerodet und verbrannt werden. Werkzeuge werden desinfiziert. Vorbeugend sollten nur gering anfällige Obstsorten angebaut werden.
Verschiedene Versuche mit Antibiotika - in Österreich nicht erlaubt - bakteriellen Antagonisten, aber auch mit Efeuextrakten oder Gesteinsmehl haben in Deutschland (BBA Darmstadt) positive Bekämpfungsergebnisse (40-75%ige Reduktion der Infektionsrate) gezeigt.
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