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Letzte Änderung: 12.11.2003 |
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Kleine Bäume - große Mühe, Bonsai |
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Dieser Bonsai ist aus einer Eichel gzogen und acht Jahre alt Wenn Pflanzen als kleine Bäume gezogen werden bringen sie einen asiatischen Hauch in unsere Wohnung. Aber ganz einfach ist es nicht diese kleinen Wunderwerke zu kreieren.
Ich wurde einmal gefragt, wo es Bonsaisamen gibt. In dieser Frage liegt bereits das Problem. Ein Laie kann sich kaum vorstellen wie sich aus einem normalen Sämling eine Pflanze mit knorrigem Stamm, verzweigter Krone und Wurzeln, die schon hundert Jahre alt aussehen, entwickeln kann. Es ist eine jahrtausendealte fernöstliche Kultur, die zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Der Baum in der Schale (Bonsai: bon = Baum, sai = Schale) ist in Europa schon über einhundert Jahre bekannt. Ursprünglich, vor mehr als 2000 Jahren, hatten die Chinesen die Idee Bäume schrumpfen zu lasse, ihnen bizarre Gestalten zu geben: gerade gewachsen, windschief oder in Kaskadenform. Nach Japan kam diese Art der Kultur vermutlich erst im siebenten oder achten Jahrhundert u.Z. durch buddhistische Mönche.Die Methode, Bäume fast jeder Art zu Miniaturausgaben zu machen, ist bis heute weitgehend gleich geblieben. |
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Die überflüssigen Zweige werden entfernt. Zeichnung aus einem japanischen Fachbuch Um so einen Zwerg die richtige Form zu geben dauert es schon sieben bis zehn Jahre. Geduld, Fingerspitzengefühl, Liebe zur Natur und Kenntnisse über die speziellen Bedürfnisse der Pflanze sind die wichtigsten Werkzeuge für einen Bonsaigärtner. Man versucht das Charakteristische einer Baumart nachzuempfinden. In Japan gilt die Kultivierung der Bonsais als hohe Kunst. Die Minibäume können einen Wert von mehreren Tausend Euro erzielen. Sie werden vererbt. Bei richtiger Pflege können Bonsais viele hundert Jahre alt werden. Sie blühen, treiben Blätter und tragen Früchte zur gleichen Zeit wie ihre größeren Brüder in der freien Natur. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Modelle herausgebildet. So gibt es "windgepeitschte" und gerade Formen. Die Wurzeln umspannen "Felsen" oder mehrere schlanke Bäumchen stehen wie im Wald nebeneinander. Um die Form zu erreichen gibt es Dutzende von verschiedene Scheren, Zangen, Drähte, Bürsten, Pinzetten und Wurzelkrallen. |
Dieser Lärchenwald ist acht Jahre alt
Winterharte Azaleen eignen sich besonders gut als Bonsai. Diese ist zehn Jahre alt Bonsai-geeignet sind die immergrünen Eiben, Fichten, Kiefern und der Wacholder. Ein geduldiger Züchter kann aber auch Ahorn, Birke, Eiche, Linde, Ulme und Weide mit Schere und Draht gestalten. Besonders Anfänger sollten es gleich mit mehreren Exemplaren versuchen, ganz geduldige können einen Bonsai aus Samen ziehen. Schneller geht es natürlich, wenn man mit einem Sämling beginnt oder in der Baumschule eine Jungpflanze erwirbt.
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160 Jahre alter Fächer-Ahorn Bevor das Bäumchen in eine flache Schale kommt werden die Wurzeln fachgerecht beschnitten. Die Triebe und Blätter werden mehrmals im Jahr zurückgeschnitten, wodurch die Pflanze klein bleibt. Äste und Stamm werden mit Draht umwickelt um ihnen die gewünschte Form zu geben. Sobald sie verholzt sind behalten sie diesen Zustand. Dann braucht der Bonsai alles, was auch die Natur bietet: ständig feuchte Erde, Nährstoffe, warme Tage und kühle Nächte. Das ist auch der Grund, dass sich nicht jeder Bonsai für das Wohnzimmer eignet. Der Garten oder der Balkon, die Terrasse sind ein günstiger Standort. Für die Zimmerkultur eignen sich die so genannten Indoor-Bonsai, Birkenfeige und andere Feigenarten, Schefflera, Fukien-Teebaum, asiatische Liguster, chinesische Ulme, Steineibe, Serissa und der Orangenjasmin. Granatapfel, Myrte und Oliven eignen sich nur wenn man ein kühles Winterquartier hat. Gegossen wird täglich, am besten mit Regenwasser. Während des Wachstums wird einmal wöchentlich schwach gedüngt. Alle zwei bis fünf Jahre, je nach Art und Alter, wird umgetopft. Junge Pflanzen brauchen besondere Obhut. Wenn sie z.B. einmal zu trocken stehen kann es ihr Ende sein. |
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Ein 18 Zentimeter großer Wacholder, 84 Jahre alt Bonsai ist kein Hobby für ungeduldige. Man muss warten können. So wird das Bäumchen zum Lebensbegleiter, dass genau wie sein Pfleger seine eigene Persönlichkeit entwickelt.
Wer mit einem Sämling (Mitte) beginnt braucht viel Geduld. Besser geht es mit einer Topfpflanze aus der Baumschule. Diese Zuckerhuttanne ist links im Originalzustand und rechts nach einem bonsaigerechten Schnitt. Preise -unverbindlich- 2001 Von 29 DM für einen Mini von knapp 15 cm bis 100 DM. Für 40 bis 60 Jahre alte Exemplare zahlt man um 1000 DM. |
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